Prowein 2019: Meine Highlights

In diesem Jahr war ich zum ersten Mal an zwei aufeinanderfolgenden Tagen auf der internationalen Weinmesse in Düsseldorf unterwegs. Platte Füße und ein ächzender Rücken lassen grüßen! Die Prowein bietet nämlich so viel, dass man es an einem einzigen Tag kaum erfassen kann.

Ehrlich gesagt waren dann auch zwei Tage nicht genug, um mir alles ganz genau und in Ruhe anschauen zu können. Ich habe während meines Marathons durch die mittlerweile zehn vollgepackten Messehallen dennoch wieder viele spannende Getränke entdecken und Menschen kennenlernen dürfen. Meine ganz persönlichen Highlights aus diesem Jubiläumsjahr, in dem die Prowein ihren 25. Geburtstag feiert, habe ich hier für euch kurz zusammengefasst:

Domaine des Brosses, Loire/Frankreich

Weine der Appellation Menetou-Salon finde ich großartig. Das kleine Anbaugebiet an der Loire ist weniger bekannt, liegt aber gleich neben der berühmten Schwester Sancerre. Hier werden die Weine auch ausschließlich aus der Sauvignon-Blanc Traube hergestellt. Das Weingut von Nicolas Girard besitzt Parzellen in den beiden genannten Regionen und außerdem in Quincy, einer noch weniger bekannten Loire-Appellation. Es macht Spaß seine Weine parallel zu verkosten und so die Unterschiede der Terroirs herauszuschmecken: Lehm, Kalk und Sand geben mal mehr Power und mal mehr Geschmeidigkeit. Wir kommen ins Plaudern und Nicolas erzählt von seiner neusten Errungenschaft: Einem Hof mit 250 Ziegen, den er gemeinsam mit Freunden gekauft hat und auf dem nun Käse produziert wird. Ein zweiter Fulltimejob, der den sympathischen Winzer jedoch nicht aus der Ruhe zu bringen scheint.

Weingut Migsich, Burgenland/Österreich

Die stylischen Labels des Familienweinguts Migsich fallen mir direkt ins Auge. Fat Boy, Nobody und Primadonna sind schwarzweiß, auf das Wesentliche reduziert und rufen wie aus einem Munde: Stop! Und einen Wein der „Primadonna“ heißt muss ich natürlich probieren! Goldgelb fließt der vollmundige Chardonnay ins Glas. Nichts für zartbesaitete Weineinsteiger oder Terassenwein-Junkies. Dieses Kaliber braucht einen handfesten Gegenpart aus der Küche – so wie eine Primadonna eben gewisse Accessoires benötigt, ohne die sich die extravagante Dame nackt und unwohl fühlt. Stimmt das Gesamtkonzept, wird es ein Feuerwerk der Aromen! Slow-Winemaking heißt diese exklusive Linie des Weinguts. Die Weine sind alle reinsortig und nur die besten Jahrgänge werden ausgebaut.

Mehr Infos: migsich.at

Weingut Stachel, Pfalz/Deutschland

Einen Malbec aus Deutschland zu verkosten war auch eine ganz neue Erfahrung. Bisher gab es diese Rebsorte für mich nur aus Argentinien oder aus ihrem Ursprungsland Frankreich, wo sie eigentlich immer weniger angebaut wird. Mathias Stachel aber baut Malbec erfolgreich in der Pfalz an, ganz nach dem französischen Vorbild aus der Region um Cahors. Ich koste einen sehr eleganten Rotwein der einfach zu trinken ist und dazu ein top Preis-Leistungs-Verhältnis hat. Es folgt ein würziger, aber nicht zu breiter Shiraz, für den er – wie er ganz nebenbei erwähnt- schon zwei Mal in Folge den Deutschen Rotweinpreis bekommen hat.

Mehr Infos: weingut-stachel.de

Vinissima und #weinweiblich, Deutschland

Der Hashtag #weinweiblich steht für ein besonderes Filmprojekt bei dem es um den Alltag von vier Deutschen Winzerinnen aus unterschiedlichen Regionen geht. Im Rahmen einer Vinissima-Veranstaltung wurden auf der Prowein die vier Hauptdarstellerinnen Carolin Weiler, Theresa Breuer, Dr. Eva Vollmer und Silke Wolf vorgestellt. Jede von ihnen präsentierte zwei ihrer Weine. Ich muss sagen, dass mich hier nicht nur die charakterstarken Weine überzeugt haben, sondern auch die wirklich authentischen Macherinnen dahinter. Das kreative Filmprojekt speist sich übrigens über ein Crowdfunding welches, soviel ich weiß, auch noch aktiv ist. Der Film selbst ist gerade in der Postproduktion. Es wird also nicht mehr allzu lange dauern bis wir ihn anschauen können. Bis dahin können wir einfach noch weitere Weine dieser vier Damen verkosten.

Mehr Infos: wein-weiblich.de    Vinissima – Frauen und Wein

Weingut Veralda, Istrien/Kroatien

Am Stand von Luciano Visintin verkoste ich einige Weine aus Istrien, von der weißen Rebsorte Malvasia bis hin zur roten Sorte Teran. Sogar aus einer Big Bottle wird ausgeschenkt. Am meisten begeistert aber hat mich der erfrischende Rosé -Sekt, auf den Luciano auch selbst sehr stolz ist. Es ist der erste kroatische Sparkling Rosé, der aus der heimischen Teran Traube hergestellt wurde. Diese perlende Säure macht wirklich Lust auf Sommer, Sonne und Urlaub in Kroatien.

Mehr Infos: veralda.hr

Black Mountain, Frankreich

Wie lange habe ich schon keinen Whisky mehr verkostet?! Der letzte ist bestimmt schon drei Jahre her. Das soll sich heute ändern! Und so schaue ich mir die Whisky-Versionen der Black Mountain Compagnie genauer an. Wie Laure mir erklärt, wird ihr Whisky- Grundprodukt aktuell noch mit 65% Alkohol aus Schottland importiert. In Südfrankreich wird es dann alkoholreduziert und in Armagnac-Fässern ausgebaut. Die Destillerie  befindet sich schon im Bau und sobald sie fertiggestellt ist, wird es ein rein französisches Produkt werden. Neben der Einsteigervariante BM No. 1 war besonders die sehr rauchige und würzige Fumée-Variante in der schwarzen Flasche eine spannende Entdeckung.

Mehr Info: blackmountain.fr

Ramos Pinto, Douro/Portugal

Wenn ihr meine Beiträge des Öfteren verfolgt, wisst ihr schon, dass ich ein großer Portwein-Fan bin. Also war ich natürlich sehr angetan von der Einladung zur Masterclass von Louis Roederer Champagner und Ramos Pinto Portwein. Wie geht das zusammen? Das dachte ich erst auch, macht aber Sinn, wenn man erfährt, dass Roederer die vier Quintas die zu RP gehören besitzt. Und was soll ich sagen?: Zum Abschluss eines langen Messetages einen Vintage Port aus dem Jahr 1983 sowie einen 40 Jahre alten Tawny Port zu sich nehmen zu dürfen ist einfach phantastisch. Punkt. Jedes weitere Wort wäre an dieser Stelle Verschwendung.

Mehr Infos: ramospinto.pt

*WERBUNG wg. Markennennung // selbstbezahlt*

 

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