Wein selber machen(1/3)! Von der Lese zur Maische

Seit einiger Zeit bin ich stolze Besitzerin von drei Reben. Überraschenderweise bringen die drei trotz meines laienhaften Gärtnerwissens mächtigen Ertrag. Was liegt da näher als einfach mal selber Wein zu machen? Bevor man aber wirklich anfängt, muss man sich einige Materialien besorgen. Ich habe mir im Internet ein Starter-Set „Diy-wine“ gekauft. Darin ist ein 15 Liter Gärballon, ein Alkoholmessgerät…

… ein Päckchen reine Weinhefe, Nährsalz für die Hefe, ein Weinheber-Schlauch, ein Gärröhrchen, Klärmittel und vier Kunststoffkorken.

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Ich muss gestehen, dass ich vorher so manchen Text gelesen habe. Je mehr, desto verunsicherter wurde ich. Überall steht zwar, dass es eigentlich ganz einfach sei, aber so kam es mir nicht vor. Der Trick ist glaube ich, dass man ganz ohne Erwartungen an das Endresultat startet. Einfach mal loslegen und mit ein wenig Bauchgefühl das aus den vielen Texten für sich herausnimmt, was am sinnvollsten erscheint.

Sollte der erste eigene Wein dann nichts werden, merkwürdig schmecken oder zu wenig Alkohol entwickeln, weiss man zumindest beim zweiten Mal wieder etwas mehr, um diese Fehler dann nicht mehr zu machen.

Und jetzt könnt ihr – inklusive meiner Fehler – Schritt für Schritt nachlesen, wie ich meinen ersten eigenen Wein mache. Ob er schmecken wird, wissen wir allerdings erst später 😉

Tag 1: Hefe ansetzen

Ich nehme eine alte Colaflasche und fülle nach Anleitung abgekochtes Wasser, sowie Zucker und Salz hinein. Wenn das Wasser auf lauwarm abgekühlt ist, fügt man die Hefe hinzu. In zu heißem Wasser, so ab 30 Grad Celsius sterben die Hefebakterien nämlich ab. Das Ganze lasse ich zwei bis drei Tage bei ca. 25 Grad stehen.

Ausserdem mache ich alle bestellten Materialien gründlich sauber.

 

Tag 2: Die Traubenlese

Im Garten schneide ich heute alle Trauben ab. Da ich während der Lese ziemlich viele Tierchen bemerke – Minischnecken, Wespen, Käfer, Fliegen, Ameisen und Spinnen – entscheide ich mich, die Trauben vor der Weiterverarbeitung erst einmal tüchtig in Wasser einzuweichen. Dabei fällt mir auf, wie fantastisch sie unter Wasser aussehen, denn die Beschichtung der Traubenhaut lässt das Wasser abperlen und so entsteht ein Kranz um jede einzelne Traube, der aussieht, als wäre sie in Glas gefasst.

 

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Nach dem Waschen lege ich die Trauben kurz auf Küchenpapier zum trocknen aus. Ich möchte so wenig Wasser wie möglich im Wein haben. Dann „entrappe“ ich die Trauben, das heisst ich pflücke jede einzelne Beere die noch frisch und nicht von Wespen oder Mücken angefressen wurde vom Stiel.

Die Trauben kommen direkt in eine Plastikschale. Sie sind so saftig, dass sie jetzt schon Flüssigkeit verlieren, obwohl ich sie noch nicht angequetscht habe. Das ist aber der nächste Schritt sobald alle Traubenbeeren in der Schale sind. Um auch hier möglichst hygienisch zu arbeiten, habe ich mir schwarze, Küchenhandschuhe besorgt.

 

Durch das Anquetschen wird ein bräunlicher Traubensaft freigesetzt in dem die Traubenschalen und Kerne schwimmen. Das nennt man Maische. Ich lege ein Küchenhandtuch über die Plastikschale, stelle meine Maische an einen warmen Platz und lasse die spontane Gärung des Fruchtzuckers und der natürlichen Hefen für ein bis zwei Tage schon mal für mich arbeiten. Ziel ist es aber eigentlich, dass die rote Farbe der Traubenschalen sich löst und den Saft färbt, denn ich möchte ja einen Rotwein herstellen.

 

8 Gedanken zu „Wein selber machen(1/3)! Von der Lese zur Maische“

  1. Hi,
    das Projekt „Wein selber machen“ klingt super spannend!
    Und es stimmt, die Weinbeeren unter Wasser schauen voll cool aus!
    Ich hab eine kleine Frage:
    Du sagst, dass du Hefe ansetzt – aber auch, dass du deine Trauben spontan gären lässt. Widerspricht sich das nicht?
    Viele liebe Grüße
    Michael

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    1. Hi Michael, ja die Frage ist berechtigt und ehrlich gesagt stellt sie sich mir auch. Ich vermute mal, dass ich vielleicht nicht das passende Vokabular verwendet habe. Aber tatsächlich beantworten kann das nur ein Fachmann. Was ich einfach ausgedrückt gemacht habe ist, die Maische in einem Plastiktopf für einen Tag warmzustellen. Am nächsten Tag hatten sich obendrauf Bläschen gebildet und die Masse war hör- und sichtbar am arbeiten. Dann habe ich herkömmlichen Zucker zugefügt und das ganze nochmal 2 Tage stehen lassen bevor ich die reine Hefe hinzugefügt habe… Hilft das weiter? War das ein Fehler im Ablauf? Viele Grüße zurück, Iris

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      1. Hi, danke für die Antwort^^
        Dann hört es sich wirklich so an, dass es erst eine spontane Gärung gab und du dann die Hefe zugegeben hast. Ob es ein Fehler war, kann ich dir leider nicht beantworten – ich kann bei Gelegenheit mal einen Winzer fragen 🙂 Spontane Gärung ist immer mit der Gefahr verbunden, dass die spontanen Hefen einen Fehlgeschmack produzieren können. Manche Winzer verwenden aber auch nur spontane Gärung. Sag bescheid, ob und wie er schmeckt, wenn er fertig ist. Ich drück dir die Daumen, dass er gut wird!!
        Liebe Grüße
        Michael

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    2. Endlich mal eine tolle Anleitung, ich habe schon einiges gelesen, aber deine Anleitung ist einfach und man kann sofort anfangen, Kompliment und vielleicht wird ja auch mein erster Versuch gelingen, Dank deiner Anleitung/Tipps.

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