Wein selber machen (2/3): Von der Maische in den Gärballon

Es geht weiter mit meinem Projekt Wein aus den Trauben im eigenen Garten herzustellen. Irgendwie muss sich der klebrig süße Saft ja nun in Wein verwandeln!


Tag 3: Ich habe meine Maische über Nacht mit einem Tuch bedeckt in der Plastikschüssel stehen lassen. Als ich am nächsten Morgen hineinschaue bin ich fasziniert! Zunächst höre ich feine Bläschen platzen. Es lebt! Ein süßlicher Federweißerduft steigt in meine Nase. Doch außer der Schicht aus Traubenschalen und Kernen ist noch nichts zu sehen. Ich beginne diese Schicht, die auch Tresterhut genannt wird, mit einem Holzlöffel nach unten zu stoßen, so dass der Traubensaft an den Seiten hervorkommt. Und der ist nicht mehr braun, sondern tatsächlich schon kräftig rot.


Beim ersten Mal am Morgen messe ich mit meimen Alkoholmessgerät den Grad Oechsle des Saftes. Er liegt bei 17. Weil das laut meiner Tabelle etwas zu wenig ist um einen trockenen Wein zu machen, füge ich etwas weißen Zucker hinzu. Dann messe ich noch einmal. 27 Grad Oechle zeigt das Messgerät. Jetzt darf die Maische bis zum nächsten Hinunterdrücken der Schale weiter vor sich hin gären.

 

Das Hinunterdrücken der Schalen und Kerne mache ich ab sofort viermal am Tag. Und jedesmal hat sich die Farbe des Traubensaftes schon wieder etwas geändert.
Tag 4: Heute werde ich die Maische pressen und den Saft ohne die Schalen und Kerne in den Gärballon füllen. Ersteinmal kippe ich alles in ein mit einem Küchenhandtuch ausgelegtes Sieb. Hier sickert der Saft gemächlich durch das Tuch und erst wenn sich nichts mehr tut, fängt man an zu pressen.


Das klingt leichter, als es ist, denn du meine Güte, ich hätte nicht gedacht, dass das Pressen so anstrengend sein wird. Aber weil es die eigenen Trauben sind habe ich irgendwie den Ehrgeiz auch noch das letzte Tröpfchen Saft aus den Schalen herauszupressen…

 


Das Umfüllen aus der Schüssel in den Gärballon ist trotz Schlauch nicht ganz einfach und ich verliere durch das Schlabbern ein wenig von dem lecker süßen Traubensaft. Nach dem Wiegen stelle ich aber fest, dass ich um die 4 Liter Saft gewonnen habe. Quasi gute 5 Flaschen. Mehr, als ich erwartet hatte.

 

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Bevor ich den Gärballon mit dem sogenannten Gärröhrchen verschließe, schütte ich noch die Hefe hinein. Und das obwohl sie wie ich stark vermute nicht funktioniert oder durch zu warmes Wasser kaputt gegangen ist. Damit der Wein etwas wird kippe ich zur Sicherheit noch ein halbes Päckchen Trockenhefe aus der Tüte mit hinein. Sicher ist sicher, auch wenn sich dadurch der Geschmack vielleicht leicht verfälschen wird. Aber der wird ja vermutlich eh noch keine Parker-Punkte bringen – nicht in diesem Jahr zumindest 😉

Und dann ab ins Warme mit dem Gärballon. Blubbblubb tönt das Gärröhrchen verheißungsvoll…. Jetzt geht das Warten los!

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2 Gedanken zu „Wein selber machen (2/3): Von der Maische in den Gärballon“

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