Champagner: So nah und doch so fern!

Seid ihr schon mal ganz spontan in oder durch die Champagne gereist und hattet die Idee mit einem schönen Champagner für Weihnachten nach Hause zu fahren? Was toll klingt entpuppte sich für mich schnell als tollkühn, vor allem, wenn man wie ich zusätzlich noch eine spontane Verkostung in einem Weingut anstrebt. Wäre dies kein Blogtext, sondern eine What’s App Nachricht, so würde an dieser Stelle ein Tränen lachender Smiley auf euch warten. Warum? Lest selbst!

Es ist Oktober. Goldener Oktober. Ich reise zurück nach Deutschland aus dem Süden Frankreichs. Das Wetter ist traumhaft, also verlängere ich die Reise spontan durch ungeplante Zwischenstopps in diversen Weinregionen. Letzter Halt soll die Champagne sein.

Nach einer Übernachtung in Reims, der inoffiziellen Hauptstadt der Champagner-Region, freue ich mich am Morgen darauf wogende Weinfelder und betörende Chateaux von Nahem zu erkunden. Von der Autobahn aus habe ich sie schon oft bewundert, nie bin ich jedoch dort gewesen. Ganz ohne vorherige Planung möchte ich mich einfach treiben lassen und dort halten, wo es mir gefällt.

Route touristique du Champagne

Ich starte von Vrigny und in einem Halbkreis geht es südlich von Reims bis nach Verzy. Die Straße gehört zur „Route touristique du Champagne“ und ist somit für einen Tagesausflug wie gemacht. Von Dorf zu Dorf geht es durch die malerischen Weinberge, vorbei an zahlreichen kleinen, mittleren und zum Teil sogar großen Weingütern. Es ist herrlich ruhig. Man sieht kaum andere Autos, von Reisebussen keine Spur. Die Auswirkungen der Pandemie machen sich in diesem Fall deutlich bemerkbar. Das Problem ist jedoch: Nirgendwo komme ich rein. Alles was auf den ersten Blick offen scheint ist zu. Ich lese Schild um Schild auf dem steht „deguster“ und „ouvert“, aber keine der zahlreichen Klinken die ich drücke lässt sich öffnen. Mein Frustlevel steigt. Hier stehe ich mitten in diesen herrlichen, noch grünen aber schon leicht gelb werdenden Champagnerreben und darf nicht probieren.

Irgendwann sehe ich im Vorbeifahren einen adrett gekleideten Mann mit Maske in einer Tür ein paar Gäste verabschieden. Es sieht nach einem Verkostungsraum aus. Ein Business. Champagner. Mittlerweile habe ich die Idee vor Ort etwas zu verkosten schon ad acta gelegt. Aber so ein Flasche von vor Ort einfach blind für Weihnachten mitzunehmen, das muss doch irgendwie machbar sein! Mit quietschenden Reifen komme ich am Straßenrand zum stehen.

Ich spurte über die kleine Dorfstraße durch das offene Tor des Weinguts und bekomme erstaunte Blicke als ich den Herrn anspreche. Nein, so seine Antwort, ohne Termin kann ich nichts kaufen. Sie haben immer so viele Kunden, das ginge einfach nicht anders. Im Verkostungsraum tummeln sich sagenhafte vier Personen. Leider verdeckt eine Maske nicht ein missbilligendes Stirnrunzeln. Insofern wird mir sofort klar, was auch diese Herrschaften von meinem tollkühnen Überfall halten.

Ich entschuldige und verabschiede mich brav. Auf dem Rückweg zum Auto entwickle ich einen neuen Plan. Habe ich nicht beim Hinweg an einer der Autobahnraststätten einen Champagnerschrank gesehen?

Joyeux Noelle – Weihnachten 2021 kann kommen! (Zwinkersmiley)

4 Gedanken zu „Champagner: So nah und doch so fern!“

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